Stri(c)kt gegen Gewalt – Wegschauen unmöglich
In ihrem Anliegen können die Betroffenen auch auf politische Unterstützung bauen. Heide Simonis, Ministerpräsidentin a.D. und Kuratorin des LFSH, beteiligt sich selbst mit einem Beitrag an „Stri(c)kt gegen Gewalt“: „Bei dieser Kampagne stehen für mich weniger Nadel und Faden im Vordergrund. Ich unterstütze die Aktion gern, weil damit vor allem den Betroffenen ein Platz im öffentlichen Raum angeboten wird, an dem sie wahrgenommen werden. Gewalt ist kein Tabu sondern Realität – das wird mit dieser Aktion symbolisch sichtbar gemacht. “
Jede 3.te Frau erlebt in ihrem Leben körperliche Gewalt, jede 7.te sexuelle Gewalt. Laut Bundeskriminalstatistik waren im Jahr 2015 in Deutschland 127 457 Menschen von schweren Straftaten innerhalb einer Partnerschaft betroffen, 81 % davon waren Frauen. Hinzu kommen all die Fälle, die vom Bundeskriminalamt gar nicht erfasst werden. Gewalt gegen Frauen geschieht oft im Verborgenen. Für die Betroffenen ist es oft eine große Herausforderung, sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen oder anderen ihre sexuellen Übergriffe mitzuteilen. „Besonders gut an der Aktion finde ich, dass jede und jeder damit für das Thema Gewalt gegen Frauen sensibilisieren kann. Masche für Masche verbinden uns der Mut über Gewalt zu sprechen und die Solidarität mit den von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen“, sagt Helga Rausch, Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Kiel.
Die Idee zu der Kampagne stammt aus Schwäbisch Hall vom „Runden Tisch Gewalt gegen Frauen, Frauen gegen Gewalt“. In Schleswig-Holstein soll die Kampagne fortgeführt werden und weite Verbreitung finden.
Auftakt der Kampagne ist anlässlich der Festveranstaltung zum Weltfrauentag am 8. März um 19.00 Uhr in Kiel im KulturForum Andras Gayk Str. 31, zu der die KooperationspartnerInnen herzlich einladen.
Ursula Schele, Initiatorin der Kampagne vom PETZE Institut für Gewaltpävention ergänzt: „Ich freue mich sehr, wie schnell sich die Kampagne verselbständigt. Wir wollen damit in ganz Schleswig Holstein ein sichtbares Zeichen für Solidarität und gegen Gewalt setzen – und alle können sie als Gruppe, Verein oder Institution selber machen und mit Leben füllen.“
Gestrickte Quadrate (20 x 20 cm) können bei allen KooperationspartnerInnen abgegeben werden.