#MeToo – Zeit, Verantwortung zu übernehmen

PRESSEMITTEILUNG

Für ein strukturiertes Vorgehen gegen Sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz

Kiel| 08.03.2018

Öffentlichkeit ist wichtig, wenn es darum geht sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu thematisieren. Immer noch werden die Gewalt und ihre Folgen verschwiegen oder bagatellisiert, immer noch werden Täter gedeckt. Zu oft wird den  Betroffenen nicht zugehört oder ihnen nicht geglaubt. #MeToo schafft noch immer Aufmerksamkeit für Gewalt, die viele  Frauen erfahren. Dazu Ursula Schele, Vorstandsfrau des LFSH: „Das Ausmaß der Gewalt und die Machtdynamiken dahinter sind nicht neu. Aber die öffentliche Debatte darüber ist es. Wir als Fachverband freuen uns über die mediale Präsenz des Themas.“

Laut Studien erleben 60% aller Frauen in Deutschland sexuelle Belästigung, viele davon am Arbeitsplatz. Dazu erklärt Schele weiter: „Um gegen sexuelle Diskriminierung und Gewalt am Arbeitsplatz vorzugehen braucht es eine klare Haltung seitens der Unternehmensleitungen. Sie müssen Verantwortung übernehmen.“ Es braucht zugleich funktionierende Strukturen, einen Plan, wie bei Vorfällen sexueller Belästigung vorgegangen wird. Wichtig sind auch präventive Maßnahmen und geschulte Ansprechpersonen und ein Wissen darum, wo Betroffene professionelle Unterstützung finden.

Ursula Schele: „Niemand muss das Rad neu erfinden. Es gibt Erfahrungen, welches Vorgehen bei Gewalt am Arbeitsplatz sinnvoll ist; es gibt Betriebe, die sich bereits auf den Weg gemacht haben. Und es gibt professionelle Fachberatung, die seit Jahrzehnten sexuell belästigte Frauen und ihre Unterstützer_innen berät, aber auch Betriebe, die dagegen vorgehen wollen. Die Expertise ist da. Um sie ausreichend aktivieren zu können, brauchen die Beratungsstellen jedoch deutlich mehr Ressourcen.“

Das Thema gehört auch auf die politische Agenda. Damit klargestellt wird, dass der Schutz vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz keine freiwillige Leistung, sondern Pflicht der Arbeitgeber_innen ist, und damit die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz muss endlich umgesetzt werden. Arbeitgeber_innen müssen ihren Pflichten zum Schutz der Beschäftigten nachkommen und Arbeitnehmer_innen, müssen ihre Rechte kennen. Politische Haltung ist auch gefragt, damit das Thema sexuelle Gewalt nicht von rechts vereinnahmt und für eine rassistische Agenda genutzt wird.

Ursula Schele: „Wir wünschen uns, dass ein Ergebnis der #MeToo-Debatte bleibt, dass Männer und Frauen ihre Sinne für Machtungleichgewichte schärfen und sich gegen Gewalt am Arbeitsplatz stark machen. Erwiesenermaßen sind diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten, die viele Perspektiven in ihre Unternehmenskultur integrieren. So werden Gleichstellung und Gewaltschutz ein Gewinn für Alle.“

V.i.S.d.P. Ursula Schele, Vorstandsfrau 

Landesverband Frauenberatung Schleswig- Holstein e.V., Dänische Straße 3-5, 24103 Kiel
Pressekontakt: E-Mail info@lfsh.de Telefon 0431 – 911 85 / 923 33 

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