Breites Bündnis fordert die Aufhebung von § 219a StGB

Berlin, 23. April 2018. Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) hat sich dem offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD zur Aufhebung des § 219a angeschlossen. Gemeinsam mit dem Zukunftsforum Familie (ZFF) und dem Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie einem breiten Bündnis von 26 Verbänden und Organisationen wird die umfassende Informationsfreiheit über Schwangerschaftsabbrüche und Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte gefordert.

Die bff Vorsitzende Ursula Schele erklärte: „Frauen haben das Recht auf reproduktive und sexuelle Selbstbestimmung. Wir fordern die Bundesregierung auf, dieses Recht umzusetzen, indem sie den Zugang  zu niedrigschwelligen und sachlichen Informationen über die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen gewährleisten. Ärztinnen und Ärzte sind unbedingt vor Strafverfolgung zu schützen, wenn sie sachlich über ihre Arbeit informieren!“ 

Die bff Geschäftsführerin Katja Grieger erklärt: „Anlässlich der aktuellen Debatte um eine Neuregelung  des § 219a StGB, fordert der bff die Bundesregierung auf, das Recht auf Selbstbestimmung der Frau umzusetzen. Die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch, hat große Auswirkungen auf das Leben einer Frau und muss als persönliche Entscheidung behandelt und respektiert werden. Es ist unabdingbar, schwangeren Frauen in diesen Notsituationen das Recht auf umfassende Informationen sowie auf freie Wahl der Ärztin / des Arztes zu gewähren. Für die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte fordern wir Rechtsicherheit und Transparenz. Daher muss der § 219a StGB ersatzlos gestrichen werden.“

Folgende Verbände haben den Offenen Brief unterzeichnet:

  • Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF)
  • AWO Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik Bündnis 90/DIE GRÜNEN (BAG Frauenpolitik)
  • BAG – Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros
  • Bundesjugendwerk der AWO e.V.
  • BFF Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Frauen gegen Gewalt e.V.
  • Bundesverband der Frauengesundheitszentren e.V.
  • Bundesverband der Mütterzentren e.V.
  • Bundesverband Liberale Frauen e.V.
  • Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
  • DGB Frauen
  • Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Frauenheilkunde und Geburtshilfe e.V. (DGPFG)
  • Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS)
  • Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb)
  • Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD)
  • Feministische Offensive der LINKEN.
  • Humanistischer Verband Deutschlands (HVD)
  • Landesverband Mütter- und Familienzentren in Bayern e.V.
  • Netzwerk Frauengesundheit Berlin
  • pro familia Bundesverband e.V.
  • Schwangerschaftsberatungsstelle BALANCE
  • SelbstHilfeInitiative Alleinerziehender (SHIA) e.V. Bundesverband
  • Sozialverband Deutschland e.V. SoVD
  • Verband alleinerziehender Mütter und Väter, Bundesverband e.V. (VAMV)
  • Zukunftsforum Familie e.V.

Der Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein ist Mitgliedsorganisation im bff und unterstützt die Forderungen des Bündnisses auf Landesebene.

[Offener Brief als PDF-Datei hier zum Herunterladen 430Kb]

 

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